der erste Tag in Nordnorwegen
4. August 2010 von Zita
Die letzte Nacht war sehr unruhig. Es gibt zwar keine Mitternachtssonne mehr, aber das heisst noch lange nicht, dass es dunkel wird. Es dämmert ein bisschen, ungefähr so wie an einem sehr dunklen Regentag daheim, und das war’s. Die Vorhänge vor meinem Fenster sind da auch nicht wirklich hilfreich, die sind wohl mehr als Sichtschutz gedacht und bestehen aus einem dünnen weiß-hellblau gemusterten Stoff. Als ich dann im Bett lag (es war ca 23:30h) fiel mir auf einmal so ein gelb-orangenes Leuchten auf. “Juhu!” dachte ich mir, “die Mitternachtssonne!” das Leuchten entpuppte sich aber als die Hoflampe, die direkt über meinem Fenster platziert ist und wohl dafür sorgen wird, dass mein Zimmer auch im Winter niemals wirklich dunkel ist. Für die Sonne war es zu bewölkt. Am Morgen war ich dann um 7h wach und noch sehr müde. Aber es wurde ein schöner Tag. Mittags nach dem Frühstück fuhr ich in die Stadt um dort Kathrin zu treffen. Wir haben uns die Storgata, die Fußgängerzone, angesehen, wurden von Google Street View gefilmt, haben ein Buch gekauft und anschließend das Studenthus (Studentenkneipe) Driv gefunden, wo wir vorhatten etwas zu trinken und Mittag zu essen. Das Essen haben wir aber angesichts der Preise schnell wieder aufgegeben, ein einfaches Sandwich kostete umgerechnet etwa 20€, und dafür nur Kaffee bzw Tee getrunken. Das Driv war sehr schön, direkt am Hafen gelegen, mit guter Musik, nicht zu laut, vielen Teelichter und in einem schönen alten Hafenhaus mit Fachwerk und niedrigen Decken. Zum Kaffee werden wir uns hier bestimmt noch öfter treffen. Da wir beide Hunger hatten, beschlossen wir danach selber zu kochen, die Wahl fiel auf Pizza. Eingekauft hatten wir schnell, auch der Bus stand gerade bereit nach Ørndalen zu fahren und so haben wir das gemacht, haben superlecker Pizza mit viel Käse gebacken (Nudelholz war keins da, wir haben die Flasche genommen) und sind danach noch spazieren gegangen. Da auch der Himmel inzwischen fast blau war sah die Insel fantastisch aus, alle Farben sehr intensiv und die Berge einfach nur fröhlich-freundlich. Der Abend war sehr ruhig, ich habe herausgefunden wie die Heizung funktioniert (ein sehr aktives schmales Heizkörperchen, das sehr schnell warm gemacht hat) man kann sie mit der Gradzahl der Raumtemperatur einstellen und die hält dann die Temperatur. Das ist im Winter garantiert superpraktisch! Das Fenster habe ich mit der Fleece-decke zugehängt. Man muss sich nur zu helfen wissen, hat meine Großmutter immer gesagt, und glücklicherweise habe ich das geerbt. Es ist dadurch zwar nicht wirklich dunkel, aber zumindest dunkel-dämmrig. Nach diesem Tag wirkt alles hier schon viel freundlicher, auch das Wohnheimszimmer ist schon viel mehr meins und in der Küche kenne ich mich jetzt auch ganz gut aus. Nur einen Topf muss ich mir noch organisieren, es gibt nämlich nur 3 Stück, einer ist sehr versifft und zwei gehören meiner chinesischen Mitbewohnerin, die darin immer ihr Essen lagert. Die Pizza hat uns (ohne Anschaffung von Backpapier und Öl, die noch für viele Pizzen reichen werden) je ca 4€ gekostet und reicht locker für 2 Tage. So billig kann man eigentlich auch in der Freiburger Mensa nicht essen
Ich werde jedenfalls hier vermutlich dann doch recht viel selbst kochen, Nudeln mit Soßen, vielleicht Aufläufe wenn ich eine Form finde und bestimmt noch ein paar Mal Pizza mit Kathrin.

